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Schneelast ermitteln: Sichere Dächer im Winter

Die wichtigsten Aspekte rund um die Schneelast


Schnee hat Gewicht – und dieses wirkt auf jede Art von Dach als Last. Um diese sicher zu tragen, benötigen Bauwerke eine durchdachte Statik und sorgfältige Planung. Unser umfassender Ratgeber hilft Ihnen dabei, die wesentlichen Aspekte der Schneelast zu verstehen und zeigt Ihnen, wie Sie diese korrekt ermitteln oder zumindest abschätzen können.

Erfahren Sie, welche Faktoren – wie Schneemenge, Wind und Dachneigung – die Belastung auf Ihr Bauwerk beeinflussen und welche regionalen Unterschiede es zu beachten gibt. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Schneelastzone Ihres Standorts bestimmen und welche Normen und Richtlinien bei der Bauplanung und Umsetzung eine Rolle spielen. Zudem bieten wir Ihnen praktische Tipps für eine sichere Wartung und Schneeräumung im Winter. 

Erfahren Sie hier alles, was Sie wissen müssen, um Ihr Gebäude schneesicher zu machen – egal, ob Sie planen, ein neues Bauwerk zu errichten oder ein bestehendes zu schützen!

1. Wie lässt sich die Schneelast ermitteln?

Die Ermittlung der Schneelast in Österreich erfolgt nach der ÖNORM EN 1991-1-3 (Eurocode 1) sowie der nationalen Ergänzung ÖNORM B 1991-1-3 in der aktuellen Fassung (Mai 2022). Grundlage ist die im Rahmen des Projekts „Schneelast.Reform“ modernisierte Schneelastkarte. Diese basiert auf einem kontinuierlichen 50 × 50 m-Raster und wird online im HORA-Portal - Natural Hazard Overview & Risk Assessment Austria bereitgestellt.

Es gibt vier Möglichkeiten die Schneelast Ihres Standorts zu bestimmen:

1. HORA-Portal (empfohlen): Direkte Online-Abfrage der Schneelast am konkreten Standort. Höchste Genauigkeit, basiert auf aktuellen Mess- und Modelldaten.

2. Baubehörde: Lokale Bauämter stellen auf Anfrage ebenfalls Informationen zur zulässigen Schneelast bereit.

3. ZIEGLER-Service: Wir ermitteln für Sie die Schneelast über HORA und integrieren den Wert direkt in die Statik Ihrer Überdachung.

4. Selbstberechnung: Mit den in der ÖNORM festgelegten Formeln und Faktoren ist auch eine eigene Berechnung möglich. Allerdings ist dies fachlich anspruchsvoll und fehleranfällig.

Unser ZIEGLER-Experten-Tipp:

Überdachungen in der Nähe von Gebäuden können durch Schneesackbildung oder Schneeschlag höheren Belastungen ausgesetzt sein. Diese Zusatzlasten sollten unbedingt in einer Fachberatung berücksichtigt werden.

Schneesackbildung: Entsteht, wenn Schnee von einem höheren Dach auf eine angrenzende Überdachung oder ein tieferes Dach rutscht. Der Schnee sammelt sich dort wie in einem „Sack“ und übt zusätzliche, oft sehr hohe Lasten aus. Besonders gefährdet sind Carports, Vordächer, Wartehallen oder Anbauten in direkter Nähe zu größeren Gebäuden.

Schneeschlag: Gemeint ist das plötzliche Abrutschen großer Schneemassen von einem steilen Dach. Diese können nicht nur hohe Zusatzlasten auf darunterliegende Dächer erzeugen, sondern auch Gefahren für Menschen oder Fahrzeuge darstellen. Deshalb sind Schneefanggitter oder Schneerechen an Dächern in schneereichen Regionen oft vorgeschrieben.

Beide Phänomene sind wichtige Gründe, warum ZIEGLER in der Beratung auf die Standortumgebung eingeht und nicht nur die reine Schneelast des Daches berücksichtigt.

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2. Wo gibt es welche Schneelast?

Präzise Schneelast dank HORA

Früher wurde die Schneelast aus einer Zoneneinteilung und der See­höhe berechnet. Dieses Verfahren ist in Österreich heute nicht mehr gültig.

Mit der „Schneelast.Reform“ wurde ein neues, präzises Verfahren eingeführt, das auf aktuellen Messdaten, einem speziellen Schneemodell (ΔSNOW) und moderner Statistik basiert.

Anstelle von Zonen liefert die HORA-Karte für jeden Standort – bis auf wenige Meter genau – den maßgeblichen Schneelastwert sk.

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3. Faktoren, die die Schneelast beeinflussen

Wie viel der weißen Pracht auf einem Dach liegen bleibt und welche Lasten für ein Bauwerk dadurch entstehen, hängt von mehreren Faktoren ab. Diese beeinflussen wiederum auch die Planung und Errichtung einer Überdachung. Erst durch deren Berücksichtigung können Bauleute und Planungsverantwortliche hundertprozentig wissen, ob ihre Konstruktionen den spezifischen Anforderungen in der Region gerecht werden und die Sicherheit und Stabilität gewährleistet sind. 

Faktoren Beschreibung
Schneemenge und -dichte Die Menge und Dichte sind entscheidend. Nasser Schnee ist deutlich schwerer und kann daher eine größere Last auf Bauwerke ausüben.
In extremen Fällen ein zusätzliches Gewicht von bis zu 500 kg/m².
Alpine Regionen Hier kann der Schnee viele Monate liegen bleiben. Durch mehrere Schneefallperioden addieren sich die Lasten zu sehr hohen Werten.
Wind Er kann Schnee ungleichmäßig verteilen und an bestimmten Stellen zu höheren Lasten führen.
Dachneigung Steilere Dächer lassen Schnee leichter abrutschen, wodurch die Last reduziert wird. Flachere hingegen sammeln ihn mehr und sind daher stärker belastet. Eine Neigung von mehr als 60 Grad gilt als schneesicher.
Lage und Höhe des Gebäudes Gebäude in höher gelegenen oder schneereicheren Gebieten sind tendenziell höheren Lasten ausgesetzt. Regionale Unterschiede spielen eine wichtige Rolle bei der Planung. In Österreich unterscheiden sich die Schneelastzonen je nach geografischer Lage und Höhe über dem Meeresspiegel.
Architektonische Besonderheiten Vorsprünge und Anbauten können dazu führen, dass sich Schnee an bestimmten Stellen ansammelt und höhere Lasten entstehen. Auch Dachaufbauten wie Gauben oder Solaranlagen müssen berücksichtigt werden.

4. Wie die Dachneigung auf die Schneelast wirkt

Ein zentraler Einflussfaktor ist die Dachform, da sie bestimmt, wie viel Schnee liegen bleibt oder abrutscht. In den Bauvorschriften und Normen wird dies durch den sogenannten Formbeiwert (μi) abgebildet.

Was ist ein Formbeiwert?

Der Formbeiwert ist ein rechnerischer Wert, der die Auswirkungen der Dachform auf die Schneelast berücksichtigt. Während auf flachen Dächern (μi ≈ 0,8) ein Großteil des Schnees liegen bleibt, reduziert sich die Belastung bei steileren Dächern deutlich – ab einer Neigung von über 60° (μi ≈ 0,2) gilt ein Dach als nahezu schneesicher.


Um sicher zu stellen, dass Bauwerke auch bei unvorhergesehenen Belastungen und Materialabweichungen sicher bleiben, ist auch der ein Teilsicherheitsbeiwert zu berücksichtigen. Man unterscheidet ständige Lasten, wie beispielsweise die Eigengewichte der Bauteile oder Dachbegrünung.

Typische Formbeiwerte:

  • Flachdach: 0,8 
  • Pultdach flach: 0,8 
  • Schrägdach bis 30°: 0,8 
  • Schrägdach 30–60°: linear abnehmend von 0,8 auf 0,4 
  • Schrägdach über 60°: 0,2

5. Die Rechenformel für Schneelast

Mit der folgenden Formel lässt sich die maßgebliche Schneelast für ein Dach wie folgt berechnen:

Die Schneelast auf dem Dach (si) ergibt sich aus der Schneelast am Boden (sk) multipliziert mit einem Formbeiwert (μi).

si = sk • μi

6. Normen und Richtlinien

Für die Ermittlung der Bemessungswerte in den Statiken schreibt der Gesetzgeber zusätzliche Sicherheiten vor. Als erfahrene Fachleute, darunter Statiker und Konstrukteure, legen wir von ZIEGLER großen Wert auf deren Einhaltung, insbesondere in schneereichen Gebieten. Die spezifischen Bauvorschriften müssen unbedingt beachtet werden. Sie regeln in vielen Ländern die Schneelast. 

Gesetzliche Vorgaben und unsere Verantwortung

In Österreich gibt die ÖNORM EN 1991-1-3 (Eurocode 1) die Anforderungen vor. Diese Norm legt fest, wie viel Gewicht ein Dach tragen kann, um stabil zu sein. Bei der Planung müssen die regionalen Zonen und die jeweilige Bauform berücksichtigt werden, um den Vorgaben zu entsprechen und die maximale Sicherheit zu gewährleisten.

Neben der ÖNORM 1991-1-3 gibt es auch weitere relevante Vorschriften, die bei der Konstruktion von Überdachungen zu beachten sind. Dazu gehört die ÖNORM B 1991-1-3 , die spezifische Lastannahmen für Gebäude und ihre Komponenten festlegt. Zudem spielen lokale Bauordnungen und ergänzende Vorgaben der einzelnen Bundesländer eine wichtige Rolle. Diese können je nach regionalen klimatischen Bedingungen und topografischen Besonderheiten zusätzliche Anforderungen enthalten. 

Für veränderliche Lasten – wie Schnee – ist ein Sicherheitszuschlag von 50 % einzurechnen.

7. Wie kann man Risiken vermeiden?

Die Vernachlässigung der Schneelast kann zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. Es ist daher unerlässlich, sie korrekt zu berechnen und regelmäßig zu überprüfen. Nur so können Sie sicher gehen, dass ein Dach stabil genug ist. 

Vermeidung von Einstürzen: Die richtige Planung macht den Unterschied

  • Einsturz von Dächern: Unzureichend berechnete oder vernachlässigte Belastung durch Schnee kann zum Einsturz von Dächern führen, besonders bei flachen Formen oder großen Spannweiten.

  • Strukturelle Schäden: Risse oder Verformungen an tragenden Elementen können durch übermäßige Last verursacht werden und die Struktur gefährden. 

  • Gefahr für Menschen: Einstürzende Gebäude stellen eine erhebliche Gefahr für Menschen dar. Deshalb sind die richtige Berechnung und Wartung essenziell. 

Eine bewusste Auswahl hochwertiger Materialien minimiert das Risiko eines Einsturzes. Aus diesem Grund führen wir nur Konstruktionen, die hohen Anforderungen auch standhalten können, wie verstärkte Träger, optimierte Dachneigungen und innovative Befestigungstechniken.

Bei ZIEGLER sind zudem erfahrene Konstrukteure und Statiker beschäftigt, die sicherstellen, dass alle Bauwerke den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen und optimal auf die Belastungen vorbereitet sind. 

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Bei ZIEGLER erhalten Sie auf alle Fälle Überdachungen, die die ganz speziellen statischen Anforderungen des Aufbauortes berücksichtigen. Zum Beispiel unsere Fahrradüberdachungen. 

8. Maßnahmen für Sicherheit und Stabilität

Schnee auf dem Dach?
So beugen Sie Schäden rechtzeitig vor.


  • Dachinspektionen: Regelmäßige Inspektionen sind unerlässlich, besonders nach starkem Schneefall, um sicherzustellen, dass sich keine übermäßige Last angesammelt hat. InsbesondereFlachdächer und solche mit geringerer Neigung sollten ständig überprüft werden. Achten Sie auf Risse, Verformungen oder ungewöhnliche Geräusche, die auf strukturelle Probleme hinweisen könnten. Diese Kontrollen sollten idealerweise von Fachleuten durchgeführt werden, da sie die notwendigen Kenntnisse und Werkzeuge besitzen, um potenzielle Risiken zuverlässig zu erkennen und zu bewerten.

  • Schneeräumung: Planen Sie eine sichere Schneeräumung, um Schäden durch unsachgemäße Bearbeitung zu vermeiden und das Risiko zu reduzieren. Achten Sie darauf, dass die Oberfläche gleichmäßig befreit wird, um punktuelle Belastungen zu vermeiden. Viele Kommunen übertragen die Räumpflicht auf die Hauseigentümer und Vermieter. Diese müssen sich um das Freilegen des Gehwegs an ihrem Grundstück kümmern oder ihre Mieter mit in die Verantwortung nehmen.

  • Räumpflicht beachten:  In Österreich sind Grundstückseigentümerinnen und - Eigentümer verpflichtet, Gehsteige und Wege entlang ihres Grundstücks von 6 bis 22 Uhr von Schnee und Eis zu befreien. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, riskiert Strafen und haftet im Schadensfall. Auch Dachlawinen oder Eiszapfen müssen rechtzeitig gesichert oder entfernt werden.

Unser ZIEGLER-Experten-Tipp:

Um die Stabilität und Sicherheit von Bauwerken im Winter sicherzustellen, sind regelmäßige Dachwartungen und eine gezielte Schneeräumung von großer Bedeutung. Dies sind hilfreiche Maßnahmen, die Ihnen dabei helfen, den Herausforderungen durch das zusätzliche Gewicht von Schnee effektiv zu begegnen. Gern beraten wir Sie dazu.

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9. Unser Fazit

Wir von ZIEGLER sorgen dafür, dass Ihre Überdachung von Anfang an optimal geplant und langfristig sicher ist. Wir übernehmen für Sie auf Wunsch die Ermittlung der Schneelast über das HORA-Portal – oder führen diese Berechnung gemeinsam mit Ihnen durch. Die exakten Standortdaten fließen anschließend direkt in die Statik ein, sodass Ihre Konstruktion präzise auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt ist.

Wir wissen, dass Schneelastzonen und klimatische Bedingungen in Österreich und Europa stark variieren können. Deshalb legen wir großen Wert auf eine individuelle Beratung, um sicherzustellen, dass Ihre Überdachung oder Konstruktion optimal auf die regionalen Anforderungen ausgelegt ist. Unsere Fachkräfte unterstützen Sie mit fundierter Expertise bei der Planung und statischen Berechnung, damit Ihre Bauwerke selbst den höchsten Ansprüchen gerecht werden.

ZIEGLER steht für Qualität, Langlebigkeit und maßgeschneiderte Lösungen – alles aus einer Hand. Wir begleiten Sie von der ersten Idee bis zur Umsetzung und stehen Ihnen als verlässlicher Partner zur Seite. Kontaktieren Sie uns noch heute und profitieren Sie von unserer Expertise, um Ihre Bauvorhaben schneesicher, stabil und zukunftsorientiert zu gestalten!

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10. Häufige Fragen zum Thema Schneelast

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen und kompakte Antworten rund um die Schneelast
– praxisnah erklärt und leicht verständlich.

Das ist regional unterschiedlich und hängt von den Werten auf der HORA-Seite ab. In Wien liegt die Schneelast z. B. bei ca. 1,5 kN/m², in Graz bei 1,7 kN/m², in Klagenfurt bei 2,1 kN/m². Für jeden Standort muss die genaue Schneelast individuell ermittelt werden.
Das Gewicht hängt von der Beschaffenheit ab:
  • 30 cm Pulverschnee: ca. 15–30 kg/m² 30 cm 
  • verdichteter Schnee: ca. 60–120 kg/m² 30 cm 
  • nasser Schnee oder Schneematsch: ca. 120–180 kg/m² 

Schon wenige Dezimeter können also mehrere Hundert Kilo pro Dachfläche ausmachen.
Gefährlich wird es, wenn Dächer anfangen, sich zu verformen oder ungewöhnliche Geräusche auftreten. Ein deutliches Warnsignal ist, wenn Türen oder Fenster klemmen oder Risse in Wänden auftreten. Spätestens dann sollte Schnee fachgerecht entfernt werden.
In vielen Gemeinden gilt eine Räumpflicht für Eigentümer. Sie müssen Gehwege vor ihrem Grundstück sichern und oft auch Dächer von gefährlichen Schneelasten oder Eiszapfen befreien (z. B. in Absprache mit Fachfirmen).