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Sicher bei Sturm: Was Sie über Windlast in Österreich wissen müssen

Worauf es bei der Planung ankommt

Von Anne Belov

Wind ist eine dynamische Naturkraft – und eine ernstzunehmende Belastung für jede bauliche Anlage im Außenbereich. Je nach Standort, Gebäudehöhe und Bauform können starke Kräfte auf Dächer, Fassaden, Überdachungen oder freistehende Konstruktionen wirken. 

Unser Ratgeber hilft Ihnen dabei, die wichtigsten Aspekte rund um die Windlast zu verstehen und zeigt, wie sich diese korrekt ermitteln oder zumindest einschätzen lässt. 

Erfahren Sie, welche Faktoren – wie Windgeschwindigkeit, Geländeform oder Gebäudehöhe – die Belastung auf Bauwerke beeinflussen und welche regionalen Unterschiede zu beachten sind! Außerdem zeigen wir Ihnen, welche Normen und Richtlinien bei der Planung gelten und welche Maßnahmen dazu beitragen, Konstruktionen dauerhaft stabil und sicher zu gestalten.

1. Was ist Windlast und wie wird sie ermittelt?

Definition von Windlast

Mit der Einführung der Eurocodes gelten europaweit einheitliche Grundlagen für die Bemessung von Windlasten. In Österreich erfolgt die Berechnung nach ÖNORM EN 1991-1-4 in Verbindung mit dem nationalen Anhang ÖNORM B 1991-1-4. 

Windlast ist eine klimatisch bedingte, veränderliche Einwirkung auf Gebäude und Anlagen. Sie entsteht durch die Druckverteilung, wenn Wind auf ein Bauwerk trifft. 

Dabei unterscheidet man zwei grundlegende Wirkungen: 

  • Winddruck auf frontal angeströmten Flächen 
  • Windsog auf Dach- und Seitenflächen 

Die Stärke dieser Einwirkungen hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von der geografischen Lage, der Höhe eines Bauwerks oder der Umgebung.

Die Windlast ermitteln 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Windlast eines Standortes zu bestimmen: 

Erste Möglichkeit:
Die Windlast kann mit Hilfe der entsprechenden Normen selbst berechnet werden. Dafür sind allerdings Fachkenntnisse im Bereich Statik erforderlich. 

Zweite Möglichkeit:
Die örtliche Baubehörde kann Informationen zur regionalen Windbelastung und zu geltenden Bauvorschriften bereitstellen. 

Dritte Möglichkeit:
Unser Team bei ZIEGLER übernimmt gerne die Berechnung der Windlast für Ihr Projekt. Wir berücksichtigen alle relevanten Faktoren und integrieren diese direkt in die Statik unserer Überdachungen und Konstruktionen. 

Vierte Möglichkeit:
Verschiedene Online-Tools und Kartenwerke ermöglichen eine erste Einschätzung der regionalen Windverhältnisse. Für Österreich bietet die Plattform HORA eine zusätzliche Möglichkeit, die regionale Sturmgefährdung zu prüfen. Über die interaktive Karte können Bauherren und Planer den Projektstandort eingeben und eine erste Einschätzung der möglichen Windbelastung erhalten.

Was ist HORA?

HORA („Natural Hazard Overview & Risk Assessment Austria“) ist eine interaktive Online-Karte zur Darstellung von Naturgefahren in Österreich. 

Die Plattform zeigt unter anderem Sturm-, Hochwasser- und Schneerisiken und ermöglicht eine erste Einschätzung der Gefährdung an einem bestimmten Standort. Durch Eingabe einer Adresse oder eines Ortes können Bauherren und Planer schnell prüfen, ob sich ihr Projekt in einer sturmgefährdeten Region befindet. 

Wichtig: HORA liefert eine erste Orientierung, ersetzt jedoch keine statische Berechnung nach ÖNORM EN 1991-1-4.

2. Bemessung nach ÖNORM

Windlastkarte für Österreich

Die Grundlage bildet die Grundwindgeschwindigkeit vb,0, die in der offiziellen Windkarte gemäß Nationalem Anhang zur ÖNORM EN 1991-1-4 definiert ist. 

Die Berechnung erfolgt unter Berücksichtigung von: 

  • Grundwindgeschwindigkeit des Standorts 
  • Seehöhe 
  • Geländekategorie (I–IV) 
  • Topografiefaktor (z. B. Hanglagen, Kuppen, Täler) 
  • Gebäudehöhe 
  • Formbeiwerte

Unser ZIEGLER-Experten-Tipp:

Besonders in alpinen Regionen oder exponierten Lagen kann die Windbeanspruchung deutlich erhöht sein. Mit zunehmender Seehöhe steigen häufig auch die Bemessungswerte. In Österreich ist die Kombination aus Wind- und Schneelast – insbesondere bei Überdachungen im alpinen Raum – von zentraler Bedeutung. Hier kann ergänzend die HORA-Naturgefahrenkarte genutzt werden. Sie zeigt unter anderem Regionen mit erhöhter Sturmgefährdung und hilft dabei, ein besseres Verständnis für lokale Risiken zu entwickeln.

Anfrage

3. Faktoren, die die Windlast beeinflussen


Die Windlast auf ein Bauwerk ist nicht allein vom Standort abhängig – auch Bauform, Umgebung und Gebäudehöhe spielen eine entscheidende Rolle. Damit Konstruktionen zuverlässig den auftretenden Kräften standhalten, müssen alle relevanten Einflussgrößen berücksichtigt werden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die wichtigsten Faktoren, die die Windlast maßgeblich beeinflussen und bei der statischen Auslegung eine Rolle spielen.

Faktor Beschreibung
Windgeschwindigkeit

Je höher die Geschwindigkeit, desto größer der Druck auf die Konstruktion

Windrichtung & Böen

Böiger Wind kann kurzfristig sehr hohe Belastungen verursachen

Gebäudehöhe

Mit zunehmender Höhe steigt die Windgeschwindigkeit und damit auch die Belastung

Topografie

Gebäude in offenen Landschaften oder auf Höhenlagen sind stärker belastet

Bauform

Große Dachflächen oder freistehende Konstruktionen bieten dem Wind mehr Angriffsfläche

Umgebung

Bebauung, Wälder oder andere Hindernisse können Windströmungen beeinflussen

Unser ZIEGLER-Experten-Tipp:

Gerade bei teilgeschlossenen Überdachungen wird der Innendruck häufig unterschätzt. Bereits kleine Änderungen in der Seitenverkleidung können die Windbeanspruchung deutlich erhöhen. Lassen Sie daher jede bauliche Anpassung statisch prüfen.

Zum Online-Shop

Im ZIEGLER-Shop gibt es zahlreiche, standhafte Überdachungen im Angebot.

Überdachungen

Noch Fragen?

Sie haben Fragen dazu, wie Sie die Windlast berechnen können oder welche Überdachungen sich am besten für Ihr Projekt eignen? Wir helfen Ihnen gerne, das passende Modell für Ihre Windzone herauszusuchen.

4. Normen und Richtlinien

Bemessungsgrundlagen

Die Bemessung der Windlast erfolgt in Österreich auf Basis von: 

  • ÖNORM EN 1991-1-4 
  • Nationaler Anhang Österreich 
  • der jeweiligen Bauordnung des Bundeslandes

Die Bauordnungen sind in Österreich Ländersache und können zusätzliche Anforderungen enthalten. Alle statischen Berechnungen berücksichtigen Teilsicherheitsbeiwerte sowie maßgebende Lastkombinationen wie: 

  • Wind + Schnee 
  • Wind + Eigengewicht 
  • Wind + Nutzlasten 

Gerade im alpinen Raum ist die gleichzeitige Berücksichtigung mehrerer Einwirkungen essenziell.

5. Wie ermittle ich die Windlast?

Die Windlast steigt im Quadrat zur Windgeschwindigkeit. Verdoppelt sich die Windgeschwindigkeit, vervierfacht sich die Belastung. Für die Ermittlung sind folgende Schritte erforderlich: 

  1. Bestimmung der Grundwindgeschwindigkeit gemäß Windkarte 
  2. Berücksichtigung der Seehöhe 
  3. Festlegung der Geländekategorie 
  4. Ermittlung der Gebäudehöhe 
  5. Anwendung der Formbeiwerte 

Eine pauschale Annahme ist nicht zulässig. Die Windlast muss stets standortbezogen berechnet werden. 

Für erste Richtwerte kann eine Anfrage bei der zuständigen Baubehörde (Gemeinde oder Magistrat) hilfreich sein. Für eine verbindliche statische Bemessung ist jedoch eine fachgerechte Berechnung erforderlich.

6. Fallbeispiele für Überdachungen und Stadtmobiliar von ZIEGLER

Die Konstruktion ist entscheidend

Konstruktionen im öffentlichen Raum reagieren unterschiedlich auf Windbeanspruchung.


  • Freistehende Überdachungen:
    Hohe Beanspruchung durch Windsog und Druck – eine sorgfältige Fundamentverankerung ist entscheidend. 
  • Schließfachanlagen oder Depotboxen:
    Geringere Angriffsflächen, dennoch standsichere Fundamente erforderlich.
  • Wartehallen oder Unterstände:
    Große Dachflächen mit teilweise offenen Seiten können erhöhte Windlasten erzeugen. 
  • Fahrradabstellanlagen:
    Je nach Bauform können Windangriffsflächen erheblich variieren.

7. Risiken und Schutzmaßnahmen

Starke Winde sind kein Ausnahmephänomen mehr – sie gehören in vielen Regionen zum Alltag. Umso wichtiger ist es, Konstruktionen im Außenbereich auf ihre Stand- und Sturmsicherheit zu prüfen. Denn schon kleine Planungsfehler oder unterschätzte Windlasten können gravierende Folgen haben: Von strukturellen Schäden bis hin zur Gefährdung von Menschen im öffentlichen Raum. Wir zeigen Ihnen, welche Risiken auftreten können und mit welchen gezielten Maßnahmen ZIEGLER diese konsequent minimiert.

Starke Winde sind keine Ausnahme mehr

Mögliche Risiken bei unzureichender Planung: 

  • Kippen oder Umstürzen von freistehenden Bauteilen 
  • Abriss von Dächern oder Fassadenelementen bei Sturm 
  • Strukturelle Schäden durch Verformung oder Materialermüdung 
  • Gefährdung von Menschen im öffentlichen Raum


Gezielte Maßnahmen: 

  • Nachweis durch Statik gemäß Windzone 
  • Fundamentverankerung nach örtlicher Windbeanspruchung 
  • Materialoptimierung – robuste Trägersysteme, geprüfte Befestigungen 
  • Aussteifungen und Windverbände in größeren Anlagen

8. Maßnahmen für Sicherheit und Stabilität

Damit Konstruktionen auch bei Sturm und extremen Wetterlagen standhalten, braucht es mehr als nur eine normgerechte Planung – entscheidend sind Erfahrung, Materialqualität und eine durchdachte Umsetzung bis ins Detail. 

Wir von ZIEGLER setzen daher auf ein ganzheitliches Sicherheitskonzept – von der ersten Idee bis zur Montage: 

  • Planung nach ÖNORM EN 1991-1-4 
  • Individuelle Standortbewertung 
  • Berücksichtigung der Seehöhe 
  • Kombination mit Schneelast 
  • Zusätzliche Sicherheitsreserven 
  • Fachgerechte Montage 

Zusätzlich können digitale Risikoanalysen – etwa über die HORA-Naturgefahrenkarte – bei der ersten Standortbewertung helfen und Hinweise auf mögliche Sturmrisiken liefern.

9. Unser Fazit

Die Windlast ist ein entscheidender Faktor bei der Planung von Bauwerken im Außenraum – insbesondere bei Überdachungen, Schließfachanlagen, Fahrradabstellanlagen oder Ausstattungselementen im öffentlichen Raum. 

In Österreich sind neben der Grundwindgeschwindigkeit vor allem Seehöhe, Geländekategorie und topografische Einflüsse maßgebend. Eine normgerechte Berechnung nach ÖNORM ist unerlässlich, um dauerhafte Sicherheit zu gewährleisten. 

Lassen Sie die Windlast für Ihren Standort professionell berechnen und setzen Sie auf eine normgerechte Lösung nach ÖNORM. Wir analysieren Seehöhe, Geländekategorie und Bauwerksform und entwickeln eine sichere, wirtschaftliche Konstruktion für Ihr Projekt. Kontaktieren Sie uns jetzt für eine unverbindliche Beratung!

Anfrage

10. Häufige Fragen zum Thema Windlast

Häufig gestellte Fragen und kompakte Antworten
– praxisnah erklärt und leicht verständlich:

Die Windlast hängt von Windzone, Geländeform und Gebäudehöhe ab. Einen ersten Richtwert können Sie über Windlastrechner online ermitteln. Für exakte Werte empfiehlt sich die Anfrage bei der örtlichen Baubehörde – oder direkt bei ZIEGLER.

Die Windlast wird in der Statik als horizontale und teilweise auch abhebende Einwirkung berücksichtigt. Sie wirkt auf Fassade und Dach und wird über Decken, Wände oder Rahmen in die aussteifenden Bauteile und weiter in die Fundamente abgetragen. Für die Bemessung sind vor allem Standort, Gebäudehöhe, Form und Lage des Bauwerks entscheidend.

Anders als bei schweren Industriebauten oder Stahlbeton-Gebäuden wirkt bei unseren Stahlleichtbauüberdachungen nur ein relativ geringes Eigengewicht gegen den Wind. Eine ausreichende Verankerung mit dem Fundament ist daher entscheidend für die Standsicherheit. Bei nicht verankerten Überdachungen und auch Stadtmobiliar kann es bei Stark- und Orkanwind zu Schäden kommen.

Der Bauherr oder die Bauherrin bzw. der Betreiber oder die Betreiberin ist für die standsichere Umsetzung verantwortlich. ZIEGLER bietet hier komplette Unterstützung – von der Berechnung bis zur Umsetzung.